Der Hungaroring ist eine bekannte Motorsport-Rennstrecke in Ungarn. Sie liegt am Rand der Ortschaft Mogyoród, nordöstlich der Hauptstadt Budapest, und etwa neun Kilometer westlich von Gödöllő. Seit dem Jahr 1986 ist die Strecke ein fixer Bestandteil des Formel-1-Kalenders und Austragungsort des Großen Preises von Ungarn. Besonders bemerkenswert: Das erste Rennen dort fand noch während des Kalten Krieges statt und war der erste Formel-1-Grand-Prix in einem kommunistisch regierten Land.
Die Strecke wurde 1985 vom ungarischen Staat errichtet und kostete umgerechnet rund 15 Millionen Deutsche Mark (etwa 7,67 Millionen Euro). Im Zuge des Baus entstand auch ein Freizeitbereich, der sogenannte Hungaroring Adventure Park.
Verkehrstechnisch ist der Hungaroring gut angebunden – er befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Autobahn M3 und etwa 20 Kilometer vom Zentrum Budapests entfernt. Die Anlage liegt in einer natürlichen Senke, wodurch rund 80 Prozent der Strecke von den Tribünen aus einsehbar sind. Diese besondere Bauweise hat der Strecke den Spitznamen „flacher Teller“ eingebracht: Die Zuschauer sitzen erhöht am Rand und blicken auf das Geschehen im Inneren. Fahrer schätzen den Kurs als technisch anspruchsvoll, da es nur wenige Stellen gibt, an denen Überholmanöver möglich sind.
Die Formel 1 wird laut aktuellen Vereinbarungen mindestens bis 2032 auf dem Hungaroring gastieren. Neben der Formel 1 fanden hier auch andere Rennserien statt, wie etwa die DTM im Jahr 2014.
Streckendaten und Entwicklung
Der Hungaroring wurde vom Architekten István Papp entworfen und 1986 fertiggestellt. In seiner heutigen Form ist die Strecke 4.381,08 Meter lang. Die Start-Ziel-Gerade misst knapp 789 Meter. Insgesamt umfasst der Kurs 16 Kurven, mit Kurvenradien zwischen 20 und 400 Metern. Der Höhenunterschied über die gesamte Strecke beträgt 36 Meter, wobei Steigungen von bis zu 6,2 % und Gefälle von bis zu 7,0 % vorkommen.
Ursprünglich war die Strecke bei ihrer Eröffnung 1986 etwas kürzer und maß rund 4.014 Meter. Bereits 1989 wurde sie leicht verändert: Eine Kurvenkombination wurde verkürzt, um zusätzliche Überholmöglichkeiten zu schaffen und die Strecke insgesamt schneller zu machen.
1997 folgte ein weiterer Umbau, bei dem insbesondere die Start- und Zielgerade angepasst wurde. Dadurch wuchs die Streckenlänge auf etwa 3.982 Meter. Auf dieser Geraden konnten Fahrzeuge Geschwindigkeiten von über 300 km/h erreichen. Die Streckenbreite variierte dabei zwischen 15 Metern auf der Geraden und etwa 10 bis 11 Metern in anderen Abschnitten. Der Aufbau der Fahrbahn bestand aus mehreren Schichten, darunter Kies, Beton und eine abschließende Asphaltschicht.
Eine größere Modernisierung fand im Jahr 2003 statt. Nach Zustimmung der internationalen Motorsport-Gremien wurde die Start-Zielgerade um mehr als 200 Meter verlängert. Seitdem misst die Strecke ihre heutige Länge von 4.383,08 Metern.





















